Liebe Ruder-Kameradinnen und Kameraden,
gerne möchte ich Euch über unser wunderschönes verlängertes Wochenenderlebnis auf der Mecklenburgischen Seenplatte berichten.
Am Donnerstag Nachmittag trudelten die ersten Astorinnen und Astoren in Mirow ein und pünktlich wurden um +- 17Uhr die drei Boote (Freundschaft, Caarpsee und Peetsch) im Ruderverein Blau-Weiß-Mirow, direkt neben dem Schlosspark am schönen Mirower See, bei Sonnenschein übergeben. Anschließend wurden unsere verschiedenen Unterkünfte im Schlosshotel, Ruderverein und im Ferienhaus bezogen und es gab noch genügend Zeit, einen Imbiss in Form von Fischbrötchen oder einem Picknick am See zu sich zu nehmen.
1. Tag
Start – Treffen am Ruderverein um 9:00 Uhr
Traditionell startet die Wanderfahrt mit der ersten Tour (ca. 26 km) über den Mirower See-Granzower-Möschen-Kleiner & Großer Kotzower See-Leppinsee zum Fischer in Rechlin-Boek.
Die Boote wurden ruckzuck besetzt und wir starteten voller Vorfreude. Vorbei ging es an Pfahlhütten hinein ein wunderschönes Gebiet mit flächendeckenden weißen Seerosenfeldern, umrandet von einer sattgrünen Uferbegrünung in Form von Laub- und Nadelgehölzen und vielen Schilffeldern.
Wahrscheinlich hätte Monet diesen Anblick auch als Inspiration für seine berühmten “Seerosen” nehmen können.
Im Boot stellte sich eine erstaunliche ruhige, fast ehrfürchtige Stimmung ein.
Ganz poetisch und ehrlich meinte Frank „Die Natur kann so verschwenderisch sein“.
Mit diesen Eindrücken und den weiteren Seeüberquerungen tauchten wir ein in ein Gebiet aus kleinen schmalen Kanälen.
Hier war Steuererfahrung von Nöten! Überall und überraschend ragten abgestorbene Baumstümpfe aus dem Wasser und es wurden im Wechsel die Kommandos “Backbordüberziehen”, “Steuerbordüberziehen”, “Freiweg”, “Hindernis von oben”, “Ruder lang”, usw… gerufen.
Zum Glück erreichten wir dann, mit mittlerweile hungrigen Mägen, die wunderschöne Fischerhütte in Rechlin-Boek mit den besten Fischbrötchen aller Zeiten! Eins, zwei drei saßen alle an den Tischen mit Blick auf den Fischanzuchtteich und genossen Fisch in allen Varianten.
Wer dann immer noch nicht satt war, belohnte sich noch mit einem wunderbaren Schokokuchen, lecker!
Gut genährt machten wir uns etwas müde, aber sehr glücklich auf den Rückweg. Angekommen am Steg in Mirow wurde sich dann nach einer kurzen Erholungspause in der Blauen Maus zum Abendessen getroffen. Frisch geduscht, in redefreudiger Stimmung genossen wir ein wunderbares Essen. Für die einen gab es Zander, die anderen bevorzugten das regionale Wildfleisch. Ein Genuss! Danke Dorothea für die super Idee und Reservierung!
2. Tag
Treffen am Ruderverein um 9:00 bei vorhergesagten Windböen von 49km/h
Wegen Krankheit musste Bert uns leider verlassen – schade!
Daher leicht unterbesetzt und in aufgeregter Erwartung, was uns der Tag bringen würde, legten wir diesmal in Richtung Süden ab.
Vorbei ging es noch bei Sonne an diversen Pfahlbauten-Häusern in Richtung Diemitzer Schleuse. Und dann über den Zotzensee mit heftigem Sturm und einem nicht zu unterschätzenden Wellengang mit Schaumkronen. Das Boot schaukelte auf und ab, gesteuert wurde parallel der Welle und so arbeiteten wir uns Meter für Meter vor.
Langsam kam auch die Diemitzer Schleuse in Sicht. Kurze entspannte Zwangspause mit Entchen, die auf unseren Skulls kurz Platz nahmen, kleiner Riegel und und… die ankommenden Kanus drängelten sich noch kurz vor uns und wir warteten weiter.
Laut einem Schild am Ufer legt der Schleusenwärter um 11.45 Uhr seine 45minütige Mittagspause ein und, tja, und es war gerade 11.45 Uhr! Mmh, also durchatmen und warten.
Mit unaufdringlicher Geduld, unseren Astoria-Flaggen und anscheinend auch mit einem netten Eindruck unserer Mannschaft, verschob der Schleusenwärter dann doch seine Mittagspause. Er ließ uns, zum Unmut der Motorboote, dann doch in die Schleuse und ruck zuck waren wir geschleust.
Weiter gings zum Mittagessen bei der Seenfischerei Obere Havel mit kleinem Hafen am Labussee. Wieder ein reichhaltiges Fisch (Brötchen)sortiment und Kaffee, nur diesmal ohne Kuchen ☹.
Die Wettervorhersage mit einer Windgeschwindigkeit bis 22km/h war allerdings so miserabel, dass wir unsere geplante Tour leicht korrigieren mussten. Ich denke, es war eine schnelle Entscheidung im Konsens. Nun noch ein legendäres Gruppenfoto und alle warfen sich in ihre Regenkleidung.

Wir starteten bei heftigem Wind, hohen Wellen, aber noch ohne Regen! Eine gute halbe Stunde später erreichten wir stolz das Seeende und wieder ging es weiter durch eine märchenhafte Uferlandschaft. Die weißen Seerosen, die mit ihren aus dem Wasser stehenden Blättern von weitem wie Krokodile aussahen. So ähnlich muss wohl der Amazonas sein.
Und dann kam der Wolkenbruch!
Das Wasser strömte aus allen Kübeln auf uns nieder und wer hier feste Regenkleidung anhatte, war klar im Vorteil. Nach einer ordentlichen kalten Dusche erreichten wir dann die Fleether Mühle.
Dort gab es eine neue Herausforderung: Umtragen der drei Boote samt gefühlt 50 Taschen und Flaschen bei Regen; barfuß kniehoch im Wasser, dann über die Straße und neues Einsetzen der Boote.
Jetzt also Wasser von oben und unten, verbunden mit viel Kraftaufwand. Kurzzeitig war die Laune doch etwas angeschlagen und unser Retter war ein sehr umsatzfreudiger, extrem zuvorkommender Gastronom, denn er gestattete uns in einer Art Partyhalle, unsere Klamotten zu trocknen. Er kredenzte uns liebevoll Kakao mit Schuss / Grog und dazu Apfelkuchen mit einer guten Portion Sahne. Die Stimmung war gerettet!
Nach gut einer Stunde gingen wir zwar nur halbtrocken, aber gut gewärmt, wieder an Bord und ruderten gut gelaunt nach Mirow zurück.
Zu guter Letzt wurde uns ein wunderschöner Regenbogen über dem See beschert. Ein echtes Geschenk!
Danach noch schnell (mittlerweile war es fast 19 Uhr) duschen, umziehen und einen Absacker und ein kleines Gericht beim Griechen in Mirow zu sich nehmen.
Im Ganzen doch wieder ein gelungener Tag!
3. Tag
Treffen im Ruderverein um 10:00 Uhr
Eigentlich war für den Sonntag noch ein weiterer schöner Ausflug auf der kleinen Mecklenburgischen Seenplatte geplant. Doch leider waren für sonntags Windböen von bis zu 54 km/h angesagt. Da war dann doch nichts mehr zu machen/zu rudern! Noch ein schönes Stündchen Boote reinigen und eine angenehme Übergabe an den Verein Blau-Weiß!
Liebe Dorothea, ganz vielen Dank für die Organisation der wunderschönen Mirow-Wanderfahrt 2026. Besser gings nicht! Und auch an Deborah einen Dank, die die Buchung einiger Ferienwohnungen übernommen hat.
In diesem Sinne die besten Grüße von Christiane